Anlaufstellen für Menschen mit Schulden in Deutschland
Reprograme · Veröffentlicht am · Aktualisiert am
Stellen in Deutschland, geprüft am 10. Oktober 2026. Wir sind mit ihnen nicht verbunden und werden für die Nennung nicht bezahlt; diese Seite ist keine Rechts- oder Finanzberatung. Sie zeigt Google-Anzeigen, die wir nicht empfehlen; die genannten Stellen zahlen nicht dafür, hier zu erscheinen.
Diese Seite bündelt öffentliche und gemeinnützige Anlaufstellen für Menschen mit Schulden in Deutschland: wo Sie Hilfe bei Verhandlungen mit Gläubigern finden, wie Sie erfahren, was zu Ihrem Namen gespeichert ist, wo es Rechtsberatung bei geringem Einkommen gibt und was gilt, wenn die Schulden nicht mehr zum Einkommen passen. Zu jedem Punkt steht, was die Stelle tut und wie Sie sie erreichen, mit nummerierter Quelle. Nicht aufgenommen sind gewerbliche Schuldenregulierer, kostenpflichtige Auskunftsdienste und Kanzleien: Es erscheinen nur öffentliche Stellen und gemeinnützige Träger.
Schulden verhandeln: Beratung finden
- meine-schulden.de — das Portal der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (BAG-SB), gefördert vom Bundesjustizministerium. Es bietet eine Beratungsstellensuche, Hinweise zur Vorbereitung des Erstgesprächs und Ratgeber zu Mahnungen, Inkassobriefen, Pfändung und Insolvenz. Der Weg zur Beratungsstelle wird als „kostenlos, vertraulich und umfassend“ beschrieben. [1]
- Gemeinnützige Schuldnerberatung — laut Diakonie kostenfrei und vertraulich; sie richtet sich an alle, die überschuldet oder von Überschuldung bedroht sind. Meist meldet man sich telefonisch und bekommt einen Termin; wegen hoher Nachfrage kann es Monate dauern, in dringenden Fällen gibt es eine Kurzberatung zur Krisenintervention. Für Erwerbstätige werden die Kosten einer Beratung in der Regel nicht übernommen: Fragen Sie bei der Anmeldung nach möglichen Kosten. [2] Auch die Verbraucherzentrale nennt Gemeinden, Wohlfahrtsverbände und Verbraucherzentralen als Anbieter kostenloser und guter Beratung. [3]
Wissen, was zu Ihrem Namen gespeichert ist
- Auskunft bei Auskunfteien, zum Beispiel der Schufa — laut Verbraucherzentrale ist die Auskunft kostenlos: Bei der Schufa heißt sie „Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO“, bei anderen Auskunfteien meist „Selbstauskunft“. Sie kann formlos und ohne Begründung beantragt werden, schriftlich oder über die Internetseite des Anbieters; von telefonischen Anfragen wird abgeraten. Die Verbraucherzentrale warnt vor kostenpflichtigen Angeboten, die eine kostenlose Auskunft verschleiern. [4]
Rechtsberatung bei geringem Einkommen
- Beratungshilfe — staatliche Unterstützung für Menschen mit wenig Geld: Der Staat übernimmt die Kosten einer anwaltlichen Beratung. Den Antrag stellen Sie mündlich beim Amtsgericht, per Post, über eine Anwaltskanzlei oder online über „Mein Justizpostfach“; bewilligt wird er mit dem Beratungshilfeschein. Die Beratung kostet 15 €; einige Kanzleien verzichten darauf. [5]
Wenn die Schulden nicht mehr zum Einkommen passen
- Verbraucherinsolvenz (Privatinsolvenz) — für überschuldete Privatpersonen gibt es seit 1999 ein geregeltes Verfahren für einen Neustart; Voraussetzung ist eine bestehende oder drohende Zahlungsunfähigkeit. Laut Diakonie dauert das Verfahren bis zur Restschuldbefreiung drei Jahre; währenddessen darf nur das pfändungsfreie Arbeitseinkommen behalten werden, und Schuldnerberatungsstellen helfen bei der Einleitung. [2] Vor einem Insolvenzantrag sei eine persönliche Beratung nötig, so die Verbraucherzentrale; Angebote, die nur online oder telefonisch beraten, sollten Sie nicht annehmen. [3]
Vorsicht vor unseriösen Angeboten
Die Verbraucherzentrale warnt vor Angeboten, die schnelle Hilfe versprechen, und vor Angeboten ohne Auskunft über die Kosten: Dann gilt „Nehmen Sie das Angebot nicht an!“. Ein weiteres Warnsignal sind monatliche Raten, die als Verwaltungskosten statt an die Gläubiger gehen. Einen Kreditvertrag sollten Sie in dieser Lage nie unterschreiben. [3] Und wenn ein Anruf, eine Nachricht oder eine E-Mail Sie zu einer Zahlung im Voraus oder zur Herausgabe von Zugangsdaten drängt: beenden Sie den Kontakt und suchen Sie die Stelle selbst auf, indem Sie die Adresse im Browser eingeben.
Quellen
- meine-schulden.de — Sie haben Schulden und suchen Unterstützung? (BAG-SB).
- Diakonie Deutschland — Wissen kompakt: Schuldnerberatung.
- Verbraucherzentrale — Schuldner-Beratung: So erkennen Sie gute Angebote (Stand 17. Mai 2024).
- Verbraucherzentrale — Scoring mit Kundendaten: So verlangen Sie Auskunft bei Schufa & Co. (Stand 17. März 2026).
- Justiz-Services — Beratungshilfe: So funktioniert’s.